Maisernte 2013 – Bis zu 20 Prozent Verluste

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Am vergangenen Wochenende wurde in Mieming Erntedank gefeiert. Normalerweise wäre um diese Zeit der Großteil der Maisernte längst eingefahren. Jedenfalls war es so im vergangenen Erntejahr. Heuer hat sich alles verzögert. Statt Ende September den “Türken” zu ernten, fahren unsere Bauern heuer Anfang Oktober auf die Felder. In dieser Woche hatten wir drei halbwegs gute Erntetage, am Ende dieser Woche regnet es in Strömen und die Landwirte beschäftigen sich mit anderen Arbeiten. Wir waren bei der Mais-Ernte Anfang dieser Woche dabei. In Obermieming, im Moos. Als Michael Holzeis mit seiner Erntemaschine um das Maisfeld herum fährt, springt ein junges Reh heraus und ist in wenigen Sekunden am Lärchenhain abgetaucht. Das Feld im Moos gehört der Familie Post.

Die Mais-Kolben reifen unterschiedlich schnell ab. Als erster Hinweis gelten die Fruchtfäden. Erst wenn sie so braun sind wie auf unserem Foto, können sie geerntet werden. Bauer Hannes Post bricht einen Maiskolben in zwei Teile und ist unzufrieden: “Der Mais ist zwar erntereif, hat aber die Qualität, die wir bei halbwegs normalen Wetterverhältnissen erwarten können”. Die Hitze im Juni und Juli hat auch in Mieming die Maisblüte beeinträchtigt und für Dürreschäden gesorgt. In Österreich und Deutschland geht man mittlerweile von 20 % geschmälerten Maisernten im Vergleich zum Vorjahr aus.

Die großen Erntemaschinen schneiden den “Türken” unten ab. Zur Frucht gehört der vitaminhaltige Stengel ebenso wie der Maiskolben. Die Häckselmaschine von Michael Holzeis erntet den Mais als Viehfutteranreicherung. Jungvieh, ab dem 2. Monat, darf später die Silage-Mischung aus Gras und Mais fressen. Heute sind ein paar Hektar in kurzer Zeit abgeernet. Nur wenige Bauern können sich noch daran erinnern, wie mühsam die Maisernte früher war. Da war jede Hand von Nutzen.

So war das früher:

Ist nun der größte Teil des Türkens reif geworden, so nimmt der Bauer mit den Knechten und Mägden die scharfgewetzte Sichel zur Hand und geht hinaus auf das Feld. Während die Knechte die reifen Stengel abschneiden und zu Haufen zusammenwerfen, reißen die Dirnen die Kolben herab und legen sie ebenfalls wieder zu besonderen Häufchen. Abends holt man Roß und Wagen und ladet die Kolben auf.
Quelle: Ludwig von Hörmann, Tiroler Volksleben, Stuttgart 1909. S. 160 – 166, → Maisernte – Türkenausbratschen, sagen.at.

Gärfutter für Wiederkäuer

“Silage, Gärfutter oder Silo ist ein durch Milchsäuregärung konserviertes hochwertiges Futtermittel für Nutztiere, vor allem für Wiederkäuer (insbesondere das Hausrind), da diese durch die Fermentation der Nahrung im Pansen auch in der Lage sind, Strukturkohlenhydrate zu verdauen”. (Quelle: → Wikipedia, Silage)

Fotos: Knut Kuckel

Quellen:

Bauernhof der Familie Post, Mieming → www.bauernhof-post.at
Mieming-Online.at → www.mieming-online.at